Tausende von Tonnen Öl verbrennen sinnlos aufgrund des illegalen russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. So sehr ich der Ukraine ihre Erfolge gönne, und ich hoffe, sie werde den Krieg bald gewinnen, so sehr zeigt das auch den Unsinn der Winterthurer, der Schweizer und der europäischen «Klimapolitik» auf. Diese Feuer produzieren jede Minute mehr Treibhausgase, als Winterthur durch Tempo 30, Verkehrsverdrängung und Verzichtspolitik in Jahrzehnten einsparen kann.
Der Massstab ist verloren gegangen. Während weltweit Verschwendung herrscht, Kriege geführt werden, sollen die Winterthurer glauben, sie könnten mit Tempo 30, Verkehrsverdrängung und Verzichtspolitik einen entscheidenden Beitrag zum Weltklima leisten. Genau diese Gegenüberstellung zeigt den vollkommenen Unsinn der gescheiterten «Netto-Null»-Politik auf! Nicht nur werden wir nie die willkürlich gesetzten «Klimaziele» erreichen, selbst wenn wir sie erreichen würden, sie sind völlig nutzlos, sinnlos und daher einfach nur dumm.
Die Schweizer Klimapolitik lebt von einer künstlich verengten Perspektive. Sie zoomt so lange auf den einzelnen Bürger, das einzelne Auto, die einzelne Heizung, das einzelne Gebäude und den einzelnen Parkplatz, bis jede Alltagshandlung wie ein moralisches Problem aussieht. Sobald man wieder herauszoomt, bricht diese Erzählung zusammen. In Russland brennen Öldepots und Raffinerien, in China, Indien und anderen grossen Volkswirtschaften wächst der Energiehunger weiter, und Milliarden Menschen wollen Wohlstand, Mobilität, Strom, Wärme, Industrie und Infrastruktur. Gleichzeitig soll Winterthur so tun, als liege die Klimazukunft der Welt an lokalen Tempo-30-Zonen, Parkplatzabbau und der Halbierung des Autoverkehrs.
Die Grössenordnung ist vernichtend für diese Politik. China, die USA, Indien, die EU, Russland und Indonesien gehören zu den grössten Treibhausgasemittenten der Welt und standen 2024 zusammen für 61,8% der globalen Treibhausgasemissionen; ihre Emissionen stiegen 2024 weiter massiv gegenüber dem Vorjahr an. Die globalen fossilen CO₂-Emissionen erreichten 2025 nach Schätzung des Global Carbon Project erneut einen Rekordwert. Auch die Internationale Energieagentur meldete für 2024 steigende energiebedingte CO₂-Emissionen, unter anderem getrieben durch wachsenden Kohleverbrauch in China, Indien und Südostasien.
Vor diesem Hintergrund wird die Schweizer und Winterthurer Netto-Null-Politik zur moralischen Selbstüberschätzung. Das Problem ist nicht, dass Winterthur zehn Jahre früher bei Netto Null sein will als der Bund. Das Problem ist der Grundsatz selbst: Die Politik setzt ein symbolisches Endziel, leitet daraus immer neue Eingriffe in Verkehr, Energie, Bauen, Eigentum und Alltag ab, erzeugt Kosten und Einschränkungen, und verkauft diesen Schaden anschliessend als Verantwortung. Links-grüne Klimapolitik ist stupider Ablasshandel gepaart mit Selbstzerstörung! Die aktuelle «Klimapolitik» führt uns in den Abgrund, ohne je ihre gesteckten Ziele zu erreichen!
Selbst wenn die ganze Schweiz morgen von der Emissionskarte verschwinden würde, würde sich am globalen Klima praktisch nichts Messbares ändern. Winterthur ist davon nochmals ein winziger Bruchteil. Trotzdem wird lokal so getan, als könne man mit Tempo 30, Parkplatzabbau, Verkehrsreduktion, Heizungsvorschriften und immer neuen Reglementen die Welt verändern. Je kleiner der reale Effekt wird, desto lauter wird die moralische Rhetorik. Weil die Wirkung nicht überzeugt, muss die Schuld wirken. Weil die Rechnung nicht aufgeht, muss der Bürger erzogen werden.
Die beliebte Ausrede lautet «Vorbildfunktion». Dieses Argument klingt anständig, ist aber in dieser Form intellektuell bequem und politisch gefährlich. Niemand in China, Indien, Indonesien, Afrika oder Südamerika wird auf Wohlstand, Mobilität, Industrie und Energieversorgung verzichten, weil Winterthur den Autoverkehr halbiert. Niemand wird eine Stadt kopieren, die ihre eigene Erreichbarkeit zerstört, Gewerbe belastet, Bauen verteuert, Energie politisch lenkt und anschliessend stolz verkündet, sie habe ein Klimaziel erreicht. Ein Vorbild ist man nur, wenn andere sehen, dass etwas besser funktioniert.
Verzicht ist kein Exportmodell, Wohlstand schon, Technologie schon, Effizienz schon, Freiheit schon. Nur eine Politik, die zeigt, wie man zu besserer Technik gelangt, zu günstigerer Energie, schnellerer Mobilität, produktiverer Industrie, höherer Lebensqualität und gerade so Emissionen reduziert, kann weltweit wirken. Eine Politik, die den Menschen das Autofahren vergällt, den Alltag verteuert und die Wirtschaft stranguliert, wird niemand nachmachen. Wer freiwillige Nachahmung will, muss Erfolg zeigen. Selbstzerstörung überzeugt niemanden.
Genau hier liegt der Denkfehler der links-grünen Klimapolitik. Sie verwechselt Selbstbeschädigung mit Verantwortung. Sie glaubt, eine Stadt werde moralisch grösser, wenn sie sich wirtschaftlich kleiner macht. Sie behandelt jede Einschränkung als Fortschritt, obwohl der konkrete Nutzen fehlt und der konkrete Schaden täglich sichtbar wird. Wenn der Verkehr künstlich verlangsamt wird, verlieren Gewerbe, Kunden, Lieferdienste, Handwerker, Pendler, Familien, ältere Menschen und Blaulichtorganisationen Zeit, Geld und Sicherheit. Wenn Parkplätze verschwinden, verliert die Innenstadt Frequenz. Wenn Bauen verteuert wird, steigen Mieten. Wenn Energie politisch gelenkt wird, steigen Kosten. Wenn Unternehmen mit Vorschriften überzogen werden, sinkt Investitionsbereitschaft.
Netto Null ist eine Politik von Verlieren für Verlierer. Niemand gewinnt. Winterthur verliert Freiheit, Wohlstand, Erreichbarkeit, Lebensqualität und wirtschaftliche Dynamik, ohne dem Klima auch nur im Geringsten zu helfen. Diese Politik ist deshalb nicht nur ineffizient, sondern besonders dumm: Sie verursacht hohe lokale Kosten für einen nicht messbaren vermeintlichen Nutzen. Die Welt merkt nichts davon, aber Winterthur leidet an den Schäden.
Man kann den Klimaschutz ernst nehmen und diese Politik trotzdem ablehnen. Wer Umwelt und Klima schützen will, muss zuerst fragen, welche Methode funktioniert. Niemand will dreckige Luft, verschwendete Energie verursacht Kosten, unnötige Emissionen oder veraltete Technik bringen nichts. Die Frage ist nicht, ob eine saubere, effiziente und zukunftsfähige Wirtschaft wünschbar ist. Die Frage ist, ob man sie durch Verbote, Abgaben, Zwang, Bürokratie und kommunale Planwirtschaft erreicht. Die Antwort liefert jede Erfahrung mit zentraler Steuerung: Politische Lenkung erzeugt Fehlanreize, Bürokratie, Ausweichverhalten, Kostensteigerungen und am Ende weniger Innovation.
Nur Wohlstand kann Umwelt schützen. Arme Gesellschaften haben dringendere Probleme als ökologische Optimierung. Wohlhabende Gesellschaften können sich saubere Technik, bessere Gebäude, effizientere Maschinen, moderne Mobilität, Forschung, Kreisläufe, Filter, bessere Materialien und neue Energieformen leisten. Wohlstand entsteht aber nicht durch Verzicht, sondern durch Eigentum, Kapital, Unternehmertum, Wettbewerb, Energie, Infrastruktur, Bildung, Investitionen und Freiheit. Wer Klimapolitik gegen Wohlstand ausspielt, sägt am Ast, auf dem jede ernsthafte Umweltpolitik sitzt.
Winterthur wäre dann ein Vorbild, wenn die Stadt zeigen würde, wie man Wohlstand und Umweltziele verbindet. Nicht mit weniger und langsamer Mobilität, sondern mit besserer, schnellerer Mobilität. Nicht mit weniger Wirtschaft, sondern mit produktiverer Wirtschaft. Nicht mit weniger Energie, sondern mit sicherer, günstiger und sauberer Energie. Nicht mit weniger Bauen, sondern mit günstigem und effizientem Bauen. Nicht mit weniger Freiheit, sondern mit mehr Raum für Menschen und Unternehmen, die neue Lösungen entwickeln. Eine Stadt mit ZHAW, KMU, Industrie, Technikern, Entwicklern, Handwerkern, Investoren und Unternehmern müsste Innovationskraft freisetzen, statt sie unter Reglementen zu begraben.
Die Antwort ist nicht Resignation, sondern Vernunft. Winterthur muss nicht die Welt retten, indem es sich selbst schwächt. Winterthur kann etwas beitragen, indem es funktioniert, wächst, innovativ bleibt und zeigt, dass technische Lösungen, wirtschaftliche Stärke und hohe Lebensqualität zusammengehören. Dafür braucht es keine Klimaerziehung, sondern bessere Rahmenbedingungen. Tiefere Hürden für Gewerbe. Weniger Bürokratie. Technologieoffenheit. Sichere Energie. Funktionierende Hauptverkehrsachsen. Erreichbarkeit für alle Verkehrsträger. Private Investitionen. Vertrauen in Eigentümer, Unternehmen und Bürger.
Netto Null 2040 ist eine durchwegs schlechte Politik. Es klingt gut, kostet viel und bringt gar nichts. Es beschädigt lokal, was global gebraucht würde: Wohlstand, Erfindergeist, Investitionskraft und Akzeptanz. Wer Menschen zwingt, gegen ihre eigenen Interessen zu leben, schafft Widerstand. Wer Lösungen entwickelt, die Wohlstand und Lebensqualität verbessern, schafft Nachahmung. Genau dort liegt echte Vorbildfunktion.
Winterthur muss aufhören, den Weltbrand mit Tempo 30 löschen zu wollen. Diese Stadt braucht keine weitere Symbolpolitik, keine weiteren Verbote, keine weitere moralische Selbstbestrafung. Sie braucht Freiheit, Kapital, Unternehmertum, Technologie, funktionierende Infrastruktur und den Mut, den Menschen wieder zu vertrauen. Klimaschutz, der Wohlstand zerstört, zerstört auch seine eigene Grundlage. Klimaschutz, der Freiheit und Innovation nutzt, hat eine Chance.

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