Marc Wäckerlin
Vernunft und Freiheit

Winterthur erstickt sein Gewerbe

Winterthur zerstört sein eigenes Gewerbe. Nicht durch Zufall, nicht durch höhere Gewalt und nicht durch angebliche Megatrends, sondern durch eine links-grüne Politik, die glaubt, Wirtschaft erziehen und lenken zu können. Die Stadtregierung verschlechtert die Standortbedingungen systematisch und wundert sich anschliessend über leere Läden, fehlende Arbeitsplätze und eine verödende Innenstadt.

Der grösste Hebel ist der Verkehr. Tempo 30 auf Hauptachsen, künstliche Engpässe und ideologische Verkehrsversuche senken die Leistungsfähigkeit des gesamten Systems. Das trifft nicht nur Autofahrer, sondern Kundschaft, Lieferverkehr, Handwerk, Servicebetriebe, Gastronomie, Events, den öffentlichen Verkehr und selbst Blaulichtorganisationen. Wer Erreichbarkeit kappt, kappt Wertschöpfung. Genau das passiert in Winterthur.

Parallel dazu werden Parkplätze abgebaut, verteuert und mit immer restriktiveren Regimen überzogen. Frequenz ist die Lebensader der Innenstadt, und genau diese Frequenz wird politisch abgewürgt. Spontankäufe verschwinden, Besuche werden aufgeschoben oder ganz verlagert. Menschen entscheiden sich nicht aus Protest, sondern aus Bequemlichkeit gegen Winterthur, weil der Besuch kompliziert, teuer und zeitlich eingeschränkt geworden ist.

Besonders sichtbar wird das in der Altstadt. Strukturwandel im Detailhandel gibt es überall, doch in Winterthur wirkt er besonders zerstörerisch, weil er politisch verstärkt wird. Ausgebremster Verkehr, weniger Parkmöglichkeiten und steigende Preise, verursacht durch höhere Abgaben, steigende Steuern, immer neue Regulierungen und den kommunalen Mindestlohn, giessen Öl ins Feuer eines bestehenden Wandels. Diese Kosten verschwinden nicht, sie werden direkt auf die Kunden überwälzt. Die Folge ist eine Abwärtsspirale, in der sinkende Frequenz zu sinkendem Umsatz führt, Personal abgebaut wird, Angebote verschwinden und die Attraktivität weiter sinkt. Onlinehandel und Einkauf über die Grenze sind dabei nicht die Ursache, sondern die bequeme Ausrede. Schon vor Jahrzehnten konnte man in Konstanz einkaufen, und Online trifft alle Städte gleich. Der Unterschied ist die selbstgemachte Standortverschlechterung.

Diese Politik trifft lokale, inhabergeführte Geschäfte besonders hart. Grosse Ketten können Frequenzverluste länger abfedern, kleine Betriebe nicht. Das Resultat sind Leerstände, Austauschbarkeit und der Verlust genau jener Vielfalt, die eine Stadt lebendig macht. Wer behauptet, er rette die Altstadt, während er ihre Erreichbarkeit zerstört, betreibt Realitätsverweigerung.

Ein zentrales Problem ist die ideologische Verweigerung, Parkierung differenziert zu denken. Eine funktionierende Stadt braucht Kurzzeitparkplätze mit hoher Rotation für schnelle Besorgungen und gleichzeitig Langzeitparkplätze für Restaurantbesuche, Events, Termine und längere Aufenthalte. Beides muss nahe beieinander verfügbar sein. Eine reine Kurzzeitlogik zerstört Abendwirtschaft und Kultur, eine reine Langzeitlogik blockiert Rotation. Winterthur verweigert diese Realität konsequent.

Noch gravierender ist die Situation für Mitarbeitende. Mitarbeiterparkplätze verschwinden, während gleichzeitig über Fachkräftemangel geklagt wird. Viele Branchen sind auf Schichtbetrieb angewiesen, und guter ÖV am Arbeitsplatz hilft nicht, wenn Mitarbeitende zuhause schlecht angebunden sind oder zu Randzeiten arbeiten. Fehlende oder überteuerte Parkmöglichkeiten machen Betriebe als Arbeitgeber unattraktiv und verschärfen den Personalmangel politisch gewollt.

Auch Lieferverkehr, Handwerk und Servicebetriebe werden systematisch behindert. Regeln, die angeblich Verkehr erziehen sollen, treffen Lieferfenster, Serviceeinsätze, Baustellenlogistik und Termine direkt. Zeitverluste erhöhen Kosten, senken Zuverlässigkeit und landen am Ende im Preis oder im Leistungsabbau. Zeit ist Geld, und Winterthur sorgt dafür, dass beides verschwendet wird.

Hinzu kommt eine dauerhaft hohe Steuer- und Gebührenlast. Die wachsende Verwaltung finanziert sich über genau jene Unternehmen, die noch Wertschöpfung erbringen. Jede zusätzliche Abgabe schwächt Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit. Der Staat bläht sich auf, während das Gewerbe ausblutet.

Besonders zynisch ist der kommunale Mindestlohn, der als sozial verkauft wird, in der Realität aber unsozial wirkt. Er erhöht die Einstiegshürde in den Arbeitsmarkt, lässt gewisse Leistungen verschwinden, reduziert Einstiegs- und Ausbildungsstellen und erschwert den Zugang für Menschen mit geringerer Leistungsfähigkeit oder Beeinträchtigungen. Wer geschützt werden sollte, verliert zuerst, während die Zahl der Stellen insgesamt sinkt.

Parallel dazu wächst die Verwaltung weiter und wird zur staatlichen Konkurrenz für den privaten Arbeitsmarkt. Sie bindet Arbeitskräfte, treibt Löhne, erhöht Steuern und verstärkt Bürokratie. Der Staat schwächt den Markt, indem er ihn verdrängt und gleichzeitig reguliert.

In Bau- und Nutzungsfragen zeigt sich derselbe Reflex. Bewilligungsverfahren, Auflagen, Nutzungsvorschriften, Mehrwertausgleich und erzwungene Erdgeschossnutzungen erhöhen Risiko und Kapitalkosten. Investitionen werden verzögert oder ganz unterlassen. Gewerbeflächen entstehen nicht dort, wo Nachfrage besteht, sondern dort, wo Regulierung es gerade noch erlaubt.

Krönung dieser Denkweise sind die planwirtschaftlichen Steuerungsfantasien des Stadtrats. Cluster-Strategien, Nutzungsvorgaben und Richtplan-Detailsteuerung beruhen auf dem Irrglauben, Märkte zentral lenken zu können. Diese Logik ist historisch widerlegt. Sie verhindert Anpassung, Innovation und organisches Wachstum und ersetzt unternehmerische Entscheidungen durch Verwaltungsideologie.

Das Resultat ist ein klares politisches Versagen. Das Gewerbe wächst höchstens moderat, während die Bevölkerung schneller wächst. Winterthur verliert Arbeitsplatzdichte und lokale Wertschöpfung und wird zur Schlafstadt. Das erklärte Wachstumsziel des Stadtrats wird klar verfehlt.

Sinkende Frequenz hat zudem sekundäre Effekte. Sicherheitsgefühl und Aufenthaltsqualität leiden, das Stadtklima kippt schneller, und der Abwärtstrend verstärkt sich selbst. Dazu kommt eine permanente Unberechenbarkeit durch Regelwechsel, Pilotprojekte und temporäre Massnahmen, die Investoren und Betriebe abschreckt.

Die Schlussfolgerung ist eindeutig. Winterthur braucht keine weiteren Experimente, keine neue Regulierung und keine planwirtschaftlichen Konzepte. Die Stadt braucht Erreichbarkeit statt Erziehung, Freiheit statt Detailsteuerung, Markt statt Planwirtschaft. Steuern und Gebühren müssen sinken, Bewilligungsverfahren vereinfacht, Parkierung pragmatisch organisiert und Verwaltungskosten reduziert werden. Nutzung muss zugelassen statt dirigiert werden, Verantwortung zurück zu Bürgern und Unternehmen.

Ohne eine bürgerliche Wende wird Winterthur weiter verlieren. Mit ihr hat die Stadt eine Chance, wieder zu wachsen. Wähle am 8. März 2026 das Team4Winti in den Stadtrat und Liste 2 SVP ins Parlament!

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